Wird geladen …
Wird geladen …
Immozeit Ankauf Newsletter
Ausgewählte Angebote aus der Region Stuttgart / Ludwigsburg und fundierte Immobilien-Tipps. Jederzeit abbestellbar.

Ihr Vater oder Ihre Mutter ist verstorben, und plötzlich stehen Sie vor einer Immobilie, die Sie weder bewohnen noch leer stehen lassen wollen. Vielleicht sind Sie Mitglied einer Erbengemeinschaft, die sich seit Monaten nicht einig wird. Vielleicht steht das Haus in Heilbronn oder Pforzheim, während Sie selbst weit entfernt leben. Und irgendwo im Hinterkopf tickt eine Uhr: Erbschaftsteuer, laufende Nebenkosten, eine Versicherung, die fragt, ob das Gebäude noch bewohnt ist.
In dieser Lage stößt man früh auf zwei Wege: den Direktankauf durch einen Käufer, der das Haus ohne Makler und ohne Bieterverfahren kauft — oder den klassischen Weg über den Markt, wo der Preis steigt, solange Interessenten mitbieten. Dieser Artikel erklärt, was diese beiden Wege wirklich bedeuten, welcher in welcher Lage sinnvoller ist — und was in der Praxis den Ausschlag gibt.
Mit dem Tod des Erblassers geht das Eigentum kraft Gesetzes auf die Erben über (§ 1922 BGB). Das klingt reibungslos, ist es aber oft nicht. Wer zu mehreren erbt, erbt als Erbengemeinschaft — ein Gebilde, das nach § 2038 BGB nur gemeinsam über das Vermögen verfügen darf. Kein Miterbe kann die Immobilie allein verkaufen. Für den Verkauf braucht es Einstimmigkeit — Mehrheitsregeln gelten nur für laufende Verwaltungsmaßnahmen, nicht für die Veräußerung.
Gleichzeitig laufen Fristen an. Wer erbt, muss das Finanzamt innerhalb von drei Monaten informieren (§ 30 ErbStG). Die Erbschaftsteuer selbst hängt vom festgestellten Verkehrswert der Immobilie und vom Verwandtschaftsgrad ab. Die steuerfreien Beträge sind in § 16 ErbStG geregelt: 400.000 Euro für Kinder, 500.000 Euro für Ehegatten, 20.000 Euro für Geschwister und entferntere Verwandte. Stand: Oktober 2026 — Freibeträge gelten nach aktuellem ErbStG; eine gesetzgeberische Anpassungsdiskussion läuft seit Jahren, ohne bisher zu einem neuen Betrag geführt zu haben.
Hinzu kommt das Praktische: Strom, Heizung, Gebäudeversicherung, Grundsteuer — das alles läuft weiter, auch wenn das Haus leer steht. Viele Gebäudeversicherungen verlangen eine Meldung, sobald ein Gebäude dauerhaft unbewohnt ist. Wer das versäumt, riskiert seinen Versicherungsschutz. Jeder Monat Leerstand ist ein Monat, der die Bilanz des späteren Verkaufs verschlechtert.
Ein Direktkäufer ist ein Unternehmen oder Investor, der die Immobilie kauft, ohne dass Sie einen Makler beauftragen, ein Exposé erstellen, Besichtigungen organisieren oder einen Bieterkreis aufbauen müssen. Sie nennen die Adresse, Sie erhalten ein Angebot — und wenn Sie zustimmen, geht der Vorgang zum Notar.
Beim klassischen Marktverkauf über einen Makler oder in Eigenregie wird die Immobilie inseriert, Interessenten werden besichtigt, Angebote eingeholt und idealerweise ein Bieterverfahren eingeleitet. In gut nachgefragten Lagen — dem Stuttgarter Raum, Karlsruhe, Freiburg, dem Bodenseekreis — kann ein gut geführtes Verfahren einen erheblich höheren Erlös erzielen als ein Direktankauf. Der Markt preist Lage, Zustand und Potenzial aus; ein Direktkäufer tut das ebenfalls, aber er schlägt einen Risikoaufschlag drauf.
Der Nachteil: Es dauert. Drei bis sechs Monate Vermarktung sind in Baden-Württemberg keine Ausnahme, besonders wenn das Objekt sanierungsbedürftig ist oder in einer kleineren Gemeinde liegt. Während der Markt prüft, laufen die Nebenkosten, bleibt die Erbschaftsteuer im Kalender, und die Erbengemeinschaft muss in jedem Schritt einig bleiben.
Es gibt Konstellationen, in denen der höhere Erlös des offenen Markts theoretisch möglich ist — aber praktisch nicht erreichbar. Direktankauf ist dann nicht die zweite Wahl, sondern die realistische:
Wenn sich mehrere Miterben nicht einigen können, droht am Ende das Gericht: eine Teilungsversteigerung nach § 180 ZVG. Dieses Verfahren dauert lang, ist kostspielig, und die erzielten Preise bleiben regelmäßig weit unter einem normalen Verkaufsergebnis — von einem Bieterwettbewerb unter Wunschkäufern ganz zu schweigen. Ein Direktkäufer kann schnell abwickeln, wenn sich alle Miterben entscheiden, gemeinsam zu handeln.
Wenn der Wert der Immobilie die Freibeträge übersteigt, entsteht Erbschaftsteuer. Und jeder Monat Leerstand kostet: Nebenkosten, Grundsteuer, laufende Kreditraten, wenn auf dem Objekt noch eine Grundschuld lastet. Wer den Nettovorteil eines späteren, höheren Marktpreises errechnen will, muss alle Kosten einbeziehen — einschließlich der Maklergebühr, die in Baden-Württemberg typischerweise vom Verkäufer mitgetragen wird.
Viele geerbte Häuser in Baden-Württemberg stammen aus den 1950er bis 1970er Jahren: keine Dämmung, alte Fenster, eine Ölheizung mit Restlaufzeit. Kaufinteressenten am freien Markt kalkulieren den Sanierungsaufwand im Angebot ein — oft konservativ, weil sie kein bekanntes Haus kaufen und Risiken einpreisen. Ein Direktkäufer macht das ebenfalls, aber er stellt keine Folgefragen nach der Besichtigung und fordert keinen Preisnachlass nach dem Gutachten. Der Kaufpreis steht, und er hält.
Wenn Sie in Frankfurt oder Hamburg wohnen und die geerbte Immobilie in Crailsheim oder Radolfzell steht, ist ein klassischer Marktverkauf mit Besichtigungen, Handwerkerterminen und Übergabe ein logistisches Projekt. Direktankauf bedeutet hier: ein Ortstermin, ein Notar, fertig.
Nicht jede Erbimmobilie sollte an den nächsten Direktkäufer gehen. Es gibt Konstellationen, in denen mehr Zeit eine erhebliche Differenz im Erlös bedeutet:
In der Abwicklung gibt es Punkte, die mehr Zeit beanspruchen als erwartet — nicht wegen des Käufers, sondern wegen der Unterlagen:
Ein Grundbucheintrag lässt sich nicht ohne Erbschein oder notariell eröffnetes Testament mit Eröffnungsprotokoll ändern. Der Erbschein wird beim Nachlassgericht beantragt und kann je nach Auslastung mehrere Wochen dauern. Wer schnell abwickeln will, stellt den Antrag frühzeitig — am besten noch bevor ein konkretes Kaufangebot vorliegt.
Alle Miterben müssen dem Verkauf zustimmen. Sie müssen entweder persönlich zum Notartermin erscheinen oder notariell beglaubigte Vollmachten erteilen. Eine Miterbin, die im Ausland lebt und kurzfristig keine beglaubigte Vollmacht erteilen kann, hält das gesamte Verfahren auf. Wer das früh klärt, spart sich die späteren Wochen.
Für jeden Immobilienverkauf ist ein gültiger Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben (§ 80 GEG). Wer ihn noch nicht hat, muss ihn bestellen — ein Bedarfsausweis für ein freistehendes Haus dauert je nach Energieberater ein bis zwei Wochen. Stand: Oktober 2026.
Vor dem Notartermin werden Grundschulden, Hypotheken, Wegerechte und Wohnrechte geprüft. Laufende Grundschulden müssen vor der Übertragung gelöscht oder mit dem Käufer vereinbart übernommen werden. Die Löschungsbewilligung muss bei der finanzierenden Bank beantragt werden — wer das früh in die Wege leitet, spart Zeit in der Abwicklung.
Baden-Württemberg ist ein wirtschaftsstarkes Bundesland, aber kein einheitlicher Immobilienmarkt. Ob sich der Aufwand eines Marktverkaufs rechnet, hängt stark davon ab, wo das Objekt liegt:
immozeit hat seinen Sitz in Kornwestheim und ist in Baden-Württemberg mit eigenem Marktbezug tätig. Für Objekte außerhalb der Region arbeitet immozeit mit lokalen Partnern vor Ort zusammen — keine eigene Niederlassung, sondern ortskundige Netzwerkpartner.
Es gibt keine Formel, die die richtige Entscheidung auswirft. Aber es gibt eine Frage, die hilft: Was ist teurer — der Aufwand des längeren Wegs, oder der Abstand zum Marktergebnis?
Wenn die Immobilie in einer weniger gefragten Lage steht, die Erbengemeinschaft sich schwer einigt und Besichtigungen logistisch aufwendig sind, ist der theoretisch höhere Marktpreis in der Praxis schwer erreichbar. Wenn die Immobilie gepflegt ist, in einer bevorzugten Lage liegt und alle Beteiligten Zeit und Handlungsfähigkeit haben, ist der offene Markt der richtige Weg.
Ein Angebot vom Direktkäufer einzuholen kostet nichts — und setzt nicht unter Druck. Es liefert eine Zahl, gegen die sich der Marktweg messen lässt. Liegt das Angebot nah an dem, was nach Maklergebühr, Leerstandszeit und Aufwand netto übrig bliebe, ist die Entscheidung leichter zu treffen, als man anfangs denkt.
Weitere Beiträge zum Thema Immobilienverkauf in Baden-Württemberg finden Sie im Ratgeber dieser Website.
Wenn Sie eine geerbte oder zu übertragende Immobilie in Baden-Württemberg haben und wissen möchten, was ein Direktankauf konkret bedeuten würde — ohne Verpflichtung, ohne Maklerauftrag, ohne Besichtigungsaufwand: Das Formular auf dieser Seite ist der kürzeste Weg zu einer ersten Einschätzung.
Über den Autor
Redaktion · Immozeit Ankauf
Das Redaktionsteam von Immozeit Ankauf. Wir schreiben über den Immobilienmarkt in der Region Stuttgart, Ludwigsburg und Kornwestheim — aus der täglichen Praxis unseres inhabergeführten Maklerbüros.
Mehr über ImmozeitWeiterlesen

Regionaler Immobilienmarkt
Direktankauf oder Maklerverkauf in BW? Wann welcher Weg für Eigentümer der richtige ist – ehrliche Einschätzung mit konkreten Entscheidungshilfen. Jetzt lesen.
immozeit Redaktion · 15. September 2026

Regionaler Immobilienmarkt
Direktankauf in Baden-Württemberg: Schnell und sicher verkaufen — aber zu welchem Preis? Wir erklären ehrlich, wann der Direktweg lohnt und wann nicht.
immozeit Redaktion · 29. August 2026